EnEV 2018 tritt in Kraft

Wesentliche Inhalte der Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV)  

Mit dem Beschluss der Bundesregierung vom 16. Oktober 2013, die vom Bundesrat geforderten Änderungen an der Novellierung der Energieeinsparverordnung zu übernehmen, wurde das Verordnungsgebungsverfahren erfolgreich abgeschlossen. Die novellierte EnEV ist am 21. November 2013 im Bundesgesetzblatt verkündet worden und tritt am 1. Mai 2014 in Kraft.  

1. Vorgaben für das Bauen 

  • Angemessene und wirtschaftlich vertretbare Anhebungen der energetischen Anforderungen an Neubauten ab dem 1. Januar 2016 um durchschnittlich 25 Prozent des zulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs und um durchschnittlich 20 Prozent bei der Wärmedämmung der Gebäudehülle – dem sogenannten zulässigen Wärmedurchgangskoeffizienten. 
  • Die Anhebung der Neubauanforderungen ist ein wichtiger Zwischen-Schritt hin zum EU-Niedrigstenergiegebäudestandard, der spätestens ab 2021 gilt. 
  • Ab dem Jahr 2021 müssen nach europäischen Vorgaben alle Neubauten im Niedrigstenergiegebäudestandard errichtet werden. Für Neubauten von Behördengebäuden gilt dies bereits ab 2019. Das sieht im Wege einer Grundpflicht das bereits geänderte Energieeinsparungsgesetz, das im Juli dieses Jahres bereits in Kraft getreten ist, vor. Die konkreten Vorgaben an die energetische Mindestqualität von Niedrigs-tenergiegebäuden werden rechtzeitig bis spätestens Ende 2016 – für Behördenge-bäude – bzw. Ende 2018 – für alle Neubauten – festgelegt. 
  • Bei der Sanierung bestehender Gebäude ist keine Verschärfung vorgesehen. Die Anforderungen bei der Modernisierung der Außenbauteile sind hier bereits sehr anspruchsvoll. Das hier zu erwartende Energieeinsparpotenzial wäre bei  einer zusätzlichen Verschärfung  im Vergleich zur EnEV 2009 nur gering. 
  • Auf Wunsch des Bundesrates wurde die Pflicht zum Austausch alter Heizkessel (Jahrgänge älter als 1985 bzw. älter als 30 Jahre) erweitert. Bisher galt diese Regelung für Kessel, die vor 1978 eingebaut wurden. Nicht betroffen sind Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel, die einen besonders hohen Wirkungsgrad haben Erfasst werden demnach nur sogenannte Konstanttemperaturheizkessel. Der Anwendungsbereich der Pflicht ist also begrenzt. In der Praxis werden die Kessel ohnehin im Durchschnitt nach 24 Jahren ausgetauscht. Außerdem sind viele selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser von der Pflicht ausgenommen. Hier gilt die be-reits seit der EnEV 2002 bestehende Regelung fort, nach der Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die am 1. Februar 2002 in diesen Häusern mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben, von der Austauschpflicht ausgenommen sind. Im Falle eines Eigentümerwechsels ist die Pflicht vom neuen Eigentümer innerhalb von zwei Jahren zu erfüllen. 

2. Vorgaben für Energieausweise 

  • Einführung der Pflicht zur Angabe energetischer Kennwerte in Immobilienanzeigen bei Verkauf und Vermietung: Auf Wunsch des Bundesrates ist Teil dieser Pflicht nun auch die Angabe der Energieeffizienzklasse. Diese umfasst die Klassen A+ bis H.  Die Regelung betrifft allerdings nur neue Energieausweise für Wohngebäude, die nach dem Inkrafttreten der Neuregelung ausgestellt werden. Das heißt: Liegt für das zum Verkauf oder zur Vermietung anstehende Wohngebäude ein gültiger Energieausweis nach bisherigem Recht, also ohne Angabe einer Energieeffizienzklasse, vor, besteht keine Pflicht zur Angabe einer Klasse in der Immobilienanzeige. Auf diese Weise können sich die Energieeffizienzklassen nach und nach am Markt etablieren. 
  • Präzisierung der bestehenden Pflicht zur Vorlage des Energieausweises gegenüber potenziellen Käufern und Mietern: Bisher war vorgeschrieben, dass Energieausweise „zugänglich“ gemacht werden müssen. Nun wird präzisierend festgelegt, dass dies zum Zeitpunkt der  Besichtigung des Kauf- bzw. Mietobjekts geschehen muss. 
  • Darüber hinaus muss der Energieausweis nun auch an den Käufer oder neuen Mieter ausgehändigt werden (Kopie oder Original). 
  • Einführung der Pflicht zum Aushang von Energieausweisen in bestimmten Gebäu-den mit starkem Publikumsverkehr, der nicht auf einer behördlichen Nutzung beruht, 
  • wenn bereits ein Energieausweis vorliegt. Davon betroffen sind z.B.: größere Läden, Hotels, Kaufhäuser, Restaurants oder Banken. 
  • Erweiterung der bestehenden Pflicht der öffentlichen Hand zum Aushang von Energieausweisen in behördlich genutzten Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr auf kleinere Gebäude (mehr als 500 qm, bzw. ab Juli 2015 mehr als 250 qm Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr). 

 3. Stärkung des Vollzugs der EnEV 

  • Einführung  unabhängiger Stichprobenkontrollen durch die Länder für Energieaus-weise und Berichte über die Inspektion von Klimaanlagen (gemäß EU-Vorgabe). 

(Quelle: BMVBS, 16.10.2013)


Austauschpflicht für Öl- und Gasheizungen

Ab 2015 müssen Öl- und Gasheizungen, die vor 1985 eingebaut wurden, außer Betrieb genommen werden.  Öl- und Gasheizungen, die nach dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden, müssen nach 30 Jahren ersetzt werden. Wechselt ein Altbau den Eigentümer, muss der neue Besitzer der Austauschpflicht innerhalb von zwei Jahren beikommen. Ausgenommen von der Austauschpflicht sind Niedertemperatur- und Brennwert-Heizungen sowie Ein- und Zweifamilienhausbesitzer, die am Stichtag 1. Februar 2002 in ihrem Haus  mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben.

Nachrüstverpflichtung zur DachbodendämmungOberste Geschossdecken – also Decken beheizter Räume, die an ein unbeheiztes Dachgeschoss angrenzen -, die nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz erfüllen, müssen bis Ende 2015 gedämmt sein. Die Forderung gilt auch als erfüllt, wenn das Dach darüber gedämmt ist oder den Anforderungen des Mindestwärmeschutzes entspricht. Von der Dämmpflicht ausgenommen sind Hausbesitzer, die zum Stichtag 1. Februar 2002 in ihrem Haus mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben.


Energieausweis

Neu ausgestellte Energieausweise stellen die energetischen Kennwerte des Hauses zusätzlich zur Farbskala von grün bis rot auch in den so genannten „Effizienzklassen“ dar. Die neun Effizienzklassen reichen – ähnlich wie bei der Kennzeichnung von Elektro- und Haushaltsgeräten – von A+ (niedriger Energiebedarf) bis H (hoher Energiebedarf). Alte Energieausweise ohne Effizienzklassen behalten ihre Gültigkeit. Der Energieausweis muss Käufern oder Mietern künftig schon bei der Besichtigung vorgelegt werden. Der Energieausweis muss dem Käufer oder Mieter bei Vertragsabschluss ünverzüglich übergeben werden, zumindest in der Kopie. Die wichtigsten energetischen Kennwerte aus dem Energieausweis müssen schon in der Immobilienanzeige genannt werden. Eine weitere Neuerung der EnEV 2014 sieht ein stichprobenartiges Kontrollsystem für Energieausweise vor. Auch Berichte über die Inspektion vorhandener Klimaanlagen sollen dabei mit überprüft und kontrolliert werden. Im Rahmen dieser Maßnahmen sollen die Ausweise und Berichte mit einer Registriernummer versehen, erfasst und jederzeit stichprobenartig kontrolliert werden können. Allerdings soll es nach der EnEV 2014 kein Recht geben, Wohnungen im Rahmen dieser Kontrollen zu betreten.
(Quelle: Deutsche Energie-Agentur (dena) / ESN)


EEG-EneuerbareEnergiegesetz
Die Fraktionen der Regierungskoalition haben sich auf ein neues Instrument geeinigt, mit dem der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Wärmebereitstellung bis zum Jahr 2020 auf 14% ausgebaut werden soll. Zweck des Gesetzes zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich ist es, insbesondere im Interesse des Klimaschutzes, der Schonung fossiler Ressourcen und der Minderung der Abhängigkeit von Energieimporten, eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Wärme aus Erneuerbaren Energien zu fördern. Das Gesetz tritt am 1. Januar 2009 in Kraft. 

Hieraus ergibt sich die Verpflichtung dass für neue Gebäude, für die nach dem 31.12.2008 ein Bauantrag oder eine Bauanzeige  gestellt wird, die Nutzung von erneuerbaren Energien verbindlich vorgeschrieben wird. So muss der Anteil am Wärmebedarf z.B. zu 15 % mit einer thermischen Solaranlage oder zu 30 % aus  gasförmiger Biomasse oder zu 50 % aus flüssiger oder fester Biomasse oder zu 50 % aus Wärmepumpen (Jahresarbeitszahl > 3,5-4) gedeckt werden.

Ist die Nutzung erneuerbarer Energie nicht möglich oder gewünscht, müssen Ersatzmaßnahmen wie Nutzung von Abwärme, Nutzung von Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) oder verbesserte Wärmedämmung (Unterschreitung des zulässigen Primärenergiebedarfs um 15 % und mehr) vorgenommen werden.

Ersatzmaßnahmen

  • die Nutzung von Abwärme: Abwärme ist Wärme, die bereits unter Einsatz von Energie gewonnen wurde. Deshalb kann Abwärme keine Erneuerbare Energie sein. Dennoch ist die „Wiederverwertung“ von Abwärme sinnvoll, da Ressourcen geschont werden. Wer Abwärme nutzen will, muss mindestens 50 Prozent seines Wärmebedarfs aus Abwärme gewinnen.
  • die Nutzung von Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen: Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) nutzt Ressourcen zur Stromerzeugung und gleichzeitigen Wärmegewinnung. Auch hier ist ein Mindestanteil von 50 Prozent vorgesehen.
  • die verbesserte Dämmung des Gebäudes, die deutlich über das gesetzlich vorgeschriebene Niveau hinausgeht: Wer sein Haus so dämmt, dass er 15 Prozent mehr tut als von der Energieeinsparverordnung (EnEV) gefordert wird, verbraucht erheblich weniger Energie und muss deshalb keine Erneuer-baren Energien mehr zusätzlich nutzen.
  • den Anschluss an ein Netz der Nah- oder Fernwärmeversorgung, sofern das Netz zu einem wesentlichen Teil mit Erneuerbaren Energien bzw. zu mehr als 50 Prozent auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung oder Abwärme betrieben wird: Auch diese Nah- und Fernwärmenetze sind sehr effizient.

Wer weder Erneuerbare Energien nutzen noch Ersatzmaßnahmen ergreifen kann, ist von der Nutzungspflicht befreit. Führen Maßnahmen im Einzelfall zu einer unbilligen Härte, kann die zuständige Landesbehörde den Bürger von der Nutzungspflicht befreien.

Links zum Thema EnEV + Energieausweis

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

www.bmwi.de

Links zur EnEV und Gebäudepass:
www.dena.de
www.thema-energie.de
www.dena-energieausweis.de
(Links der Deutschten Energieagentur DENA)

www.enev-online.de

Links zum Passiv- und Energiesparhäuser:
www.ig-passivhaus.de
www.passiv.de
www.energiesparhaus.at (Österreich)
www.baunetz.de/infoline/energieeffizientesbauen

Institut für Wohnen und Umwelt